26

935-004

935-004 Restauration:

Wir sind nun in der Lage zu verkünden, dass wir das Porsche 935/77 Chassis 004 erworben haben. Momentan sind wir damit beschäftigt, das Auto für die Teilnahme am diesjährigen Le Mans Classic fertigzustellen. 935-004 war bislang Eigentum von Kerry Morse, der auch der Vorbesitzer von 935-007 war. Diesen konnten wir ebenfalls (allerdings bereits 2005) erwerben und auf hohem Level komplettieren. Der Hintergrund des Werks-Rennprogramms für den Typ 935 für die Saison 1977, bietet einige nützliche Informationen zur Einzigartigkeit dieses Autos.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen dem 1977er Modell und den Fahrzeugen der vorherigen Saison waren das direkte Ergebnis der Entscheidungen, beim Treffen zwischen dem Technischen Komittee der FIA und den Vertretern der großen Hersteller, das jährlich am Saisonende stattfand. Zu den Änderungen gehörten Beispielsweise das Versetzen der Feuerwand und das Anheben des Bodens. Durch das entspannte Regelwerk erhoffe sich das technische Kommitte Probleme zu beheben, wie sie z.B. bei BMW mit dem Turbolader und der Verlegung des Auspuffs auftraten. Dadurch das der 935 ein Auto mit Heckmotor ist, erlangte er hierbei große Vorteile. Norbert Singer war es möglich, in dem neuen Auto seine Ideen in vielfältiger Art und weiße umzusetzen. Angefangen bei der vorderen Radaufhängung veränderte Singer die Aufnahmepunkte, um den negativen Sturz zu verringern. Dies wurde mit speziell angefertigeten vorderen Querlenkern erreicht, die 63mm länger waren als die Serienvariante. Das vorher verwendete vordere Gewindefahrwerk, wurde durch ein Alumiunium Stoßdämpfergehäuse mit durch Bolzen befestigtem Einlaufplenum ersetzt. Die hintere Radaufhängung wurde überarbeitet mit einen Satz sehr leicht gebauter hinterer Nabenträger, mit Unibal aufgehängten Schwingen. Diese Einheit war letzendlich stärker verstellbar, jedoch wurden aus Gründen der Stabilität bei den meisten Rennen die Standard Gußaluminium Turboschwingen beibhalten.

Der 2,8 Liter Motor hat sich einigen Veränderungen unterzogen. Das Auffälligste für die neue Saison ist die Verwendung von zwei KKK Turboladern, anstatt des einzelnen Garret Turboladers mit Wastegates. Ein viel größerer und effizienterer Ladeluftkühler füllt den durch die Modifikation der Feuerwand entstandenen Platz. Ein interessanter Bereich mit dem Weissach experimentiert hat, war die elektronische Bremskraftverstärkung. Diese versprach große Möglichkeiten beim Testen, wurde jedoch nach dem ersten Rennen der Saison verworfen.

Das neue Auto für 1977 mit seiner stark überarbeiteten Karosserie war nicht zu verkennen. Mit Ausnahme der Türen und Fronthaube unterschied sich jedes Karosserie-Anbauteil vom früheren 935 und war aerodynamisch beträchtlich effizienter. Das hinzufügen eines „zweiten Daches“ mittels dessen über der originalen hinteren Fensteröffnung ein gerades Plexiglas befestigt wurde, war typisch für Singers clevere Interpretation der Regeln. Dieses zusätzliche Dach führte einfach ins neue Heckteil, wie bei einer aerodynamischen Hilfe.

Zwei neue Autos wurden zur Verwendung in der 1977er Weltmeisterschaft geplant und gebaut. 935/77-003 (R17) wurde hauptsächlich für Tests genutzt und nahm an einem Rennen auf den Norisring teil. 935/77-004 (R18) war als Arbeitspferd für die komplette Saison gedacht, jedoch war sein einziges Rennen bei den 6 Stunden von Mugello, das es aufgrund eines Unfalls nicht beenden konnte. 004 hatte sein Debüt mit Jürgen Barth und Jochen Mass, während der ältere 935/76-002 von Schurti und Stommelen pilotiert wurde. Das neue Auto lief sehr gut bis nach einem Boxenstopp, bei dem die Bremsbeläge getauscht wurden. Barth kam mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab, bei durchgetretenem Bremspedal, dabei räumte er John Fitzpatrick in einem anderen 935 mit von der Strecke. Danach waren beide Autos aus dem Rennen. Barth wurde nicht verletzt (jedoch sein Stolz, weil er beim Boxenstopp vergessen hat, am Bremspedal zu pumpen) jedoch erlitt 004 einen beträchtlichen Frontschaden und wurde als nicht reparierbar eingestuft. Deshalb wurde rasant an dem Aufbau von 935/77-005 (R19) gearbeitet, um Ersatz für die verbleibende Saison zu haben, wobei das Auto für Weissach sehr erfolgreich war.

935/77-004 wurde zerlegt und das meiste vom Auto wurde in Zuffenhausen eingelagert.
Dort blieb es bis 1990, als Kerry Morse ein ganzes Stockwerk voller Rennteile, verschiedener Projekte und über 100 Formen gekauft hat. Morse hatte bereits das zweite Moby Dick Chassis (935/78-007) von der Rennabteilung erworben und nutzte die Gelegenheit, auch 004 zu bekommen. Bei der Anlieferung des Containers nach Süd Kalifornien suchte Morse aus den Kisten und Boxen Teile, für den eventuellen Neuaufbau von 004 heraus. Nobert Singer hatte ihm eine Kopie der technischen Teileliste (ein „Baubuch“) zur Verfügung gestellt, dies stellte sich bei der Identifikation der speziellen Teile, wie z.B. Hinterachse und Lenkung aus Titan als enorme Hilfe heraus.

Wie bei vielen Projekten hatte Kerry Morse keine Zeit, 004 zufriedenstellend zu komplettieren. Der Fakt das wir bei Freisinger Motorsport in der Lage waren, seinen ex-935/78-007 Moby in ein fertiges und fahrbereites Auto zu verwandeln, erleichterte die Verhandlungen. Innerhalb der nächsten Monate wird 004 bei uns an der Seite seines großen Bruders sein.

Bilder-Galerie

FREISINGER MOTORSPORT
»
fon: 0049 (0)7 21 / 55 49 -26
fax: 0049 (0)7 21 / 55 49 -25
Printzstraße 7-9a
D-76139 Karlsruhe | Germany

© 2006-2011 FREISINGER MOTORSPORT
Alle Rechte vorbehalten. Konzeption, Design & Entwicklung: » astrals.net

Generated in: 0.0183 s